7 Bücher über das Schreiben, die mich zu einem besseren Autor gemacht haben

Schreibtipp Bücher über das Schreiben

Ich liebe Bücher über das Schreiben und haben schon sehr viele gelesen. Man könnte sagen, Bücher über das Schreiben zu lesen, wäre eine wunderbare Art zu prokrastinieren (dieses Wort gab es übrigens in meiner Jungend noch nicht auf Deutsch, aber den Akt des Prokrastinierens gab es auf jeden Fall). Es entspricht sogar der idealen Art der Prokrastination, man macht etwas durchaus Sinnvolles, nur eben nicht das, was man am besten tun sollte: Schreiben.

Schreiben besteht fraglos auch aus viel Handwerk. Mit gutem Handwerk kann man viel erreichen, ich würde sagen, wer sich anstrengt, kann auf jeden Fall Autor werden, vielleicht kein umjubelter Autor ernster Literatur, aber ich würde sogar fast sagen, auch dies. Denn der Erfolg eines Autors hat nicht immer etwas mit seinem Können zu tun. Aber, ich schweife ab!

In diesen Büchern kann man vieles Lernen, was andere versucht haben, zudem kann es tröstlich sein, gerade am Anfang, wenn man vielleicht noch nicht so viele andere Autoren kennet, mit denen man sich austauschen kann, zu hören, dass andere die gleichen Probleme hatten. Hier ein Überblick über einige der besten Bücher, die ich über das Schreiben gelesen habe.

1. Toll für Einsteiger:

Lamott, Anne, Bird by Bird – Wort für Wort. Anleitungen zum Schreiben und Leben als Schriftsteller, Autorenhaus Verlag 2004.

Ein amerikanisches Buch und zwar ein großartiges! Anne schreibt insbesondere über das Konzept der Shitty First Drafts und Writing in a Pressure Cooker, wie es auf Englisch hieß. Sie meint: Manchmal muss man aufhören zu denken und einfach schreiben. Schnell schreiben. Nicht brüten, sondern Schreiben. Das ist ein befreiendes und sehr wichtiges Konzept.

2. Eher für Einsteiger:

Goldberg, Bonni, Raum zum Schreiben – Creative Writing in 200 genialen Lektionen, Autorenhaus Verlag 2004.

Eher für Einsteiger, ein tolles Buch mit vielen Schreibanlässen, die einen dazu zwingen, tiefer zu gehen und bedeutungsvolle Texte aus sich herauszukitzeln, die über das „Ich sitze hier gerade im Café, neben mir hat eine hochgewachsene Frau gerade ihren Muffin …“ hinausgehen. Auch hier handelt es sich um ein amerikanisches Original.

3. Für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen:

Goldberg, Natalie, Schreiben in Cafes, Autorenhaus Verlag 2002. (Originaltitel: Writing Down the Bones. Freeing the Writer Within. Shambala Press 1986.)

Ganz großartig und für mich augenöffnend war für mich dieser amerikanische Klassiker, den ich vor ganz vielen Jahren auf Englisch gelesen habe. Im Original ist der Titel viel schöner: Writing down the Bones. In dem Buch geht es darum, mit dem Schreiben loszulegen, sofort und schnell und gleichzeitig zu versuchen, tief aus sich selbst heraus zu schöpfen, also ohne Schreibhemmungen. Das hört sich jetzt merkwürdig an, ist es aber nicht. Tolles Buch! Auch ihre anderen Büchern kann ich empfehlen.

4. Für Einsteiger und Fortgeschrittene, wunderbar insbesondere auch zur Technik des Plottens:

George, Elizabeth, Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben, Goldmann Verlag 2004.

Ein tolles, wahnsinnig pragmatisches Buch von einer tollen Autorin, die den Prozess entmystifiziert. Absolut lesenswert für jeden, der Bücher mit Plot schreiben möchte (äh …? ).

5. Noch etwas für Plotter, Einsteiger, aber auch Fortgeschritten: Blake Snyder!

Snyder, Blake, Rettet die Katze, Autorenhaus Verlag 2015

Ich liebe Blake Snyder und habe gerade erst gemerkt, dass es das Buch jetzt sogar auf Deutsch gibt! Seine Bücher, es gibt drei davon, sind wunderbar unterhaltsam geschrieben und enorm hilfreich, wenn es ums Plotten geht. Er geht systematisch an die Sache heran und man könne ihm vorwerfen, er entwickele eine „Formel“ (dies ist im sehr häufig vorgeworfen worden, einfach mal googeln) – und keine Frage, das Gefühl einer Formel kommt ja gern auf, wenn man die letzten Hollywoodfilme schaut. Aber, um die Probleme im Plot zu erkennen, funktioniert sein Ansatz perfekt und ich glaube, er resultiert weniger auf Formelhaftigkeit als, wenn er richtig angewandt wird, auf das Aufspüren der Tiefenstruktur einer Geschichte, die berührt und den Leser befriedigt zurücklässt. Hilfreich ist auch zweite Buch, in dem er die eigenen Konzepte auf alle möglichen Filme anwendet. Blake Snyder ist viel zu früh gestorben, ein großartiger Mentor und kluger Kopf. Er kommt aus der Unterhaltungsbranche und versteht sein Handwerk perfekt. Ich hoffe, die Übersetzung taugt etwas. Hier ist seine Seite!

6. Für Fortgeschrittene

2K- 10K: Writing Faster, Writing Better, and Writing More of What You Love, Rachel Aron. Ich glaube das Buch gibt es nur bei Amazon für 99Cents oder als Hörbuch (ein Ebook).

Dieses Buch ist fantastisch! Ich lese es gerade diese Woche. Ich würde sagen, es ist eher für Menschen, die schon einiges geschrieben haben, denn um diesen Ansatz zu verstehen, muss man sich schon mit Plotten etc. auseinandergesetzt haben. Das Buch gibt es nur auf Englisch und es geht darum, seinen Output zu steigern, wie der Titel verrät – aber es geht noch um viel mehr. Das erste Kapitel des Buches hat sie im Internet veröffentlicht, und zwar hier. Absolut lesenswert, leider nur auf Englisch.

7. Und zuletzt ein weiteres absolutes HIGHLIGHT:

John Truby, The Anatomy of Story, Faber & Faber 2009.

Auch er kommt aus dem Bereich Drehbuch. Er ist in Hollywood ein Guru und das mit Recht! Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der schreibt und seinen Roman in die Tiefe entwickeln will. Sein Buch und seine Technik, in der es darum geht, das Thema, den Plot, die Figuren, die Symbolkraft und und und stärker herauszuarbeiten, funktioniert genauso für Romane. Hier ist ein Artikel einer Romanautorin, die ihn für ihr eigenen Roman verwandt hat, ein sehr aufschlussreicher Artikel. Truby ist ein Guru in Hollywood. Einige Texte im Internet über ihn findet man hier und hier. Hier ist seine Analyse der Romantic Comedy.

 

 

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