Ideen fürs Lesejournal und Bullet Journal für Bücher (Bujo/Bookjournal) – mit 17 Beispielen

Auf der LoveLetterConvention 2019 habe ich einen Vortrag über Bookjournal und Lesetagebücher (Bujo) gehalten. So viele Leute sind gekommen, dass Teilnehmer auf dem Boden sitzen mussten und einige gar nicht mehr reinkamen, das hat mich selbst am meisten überrascht! Danke für diese tolle Erfahrung. Für die, die nicht kommen konnten, oder nochmal nachlesen möchten, ist dieser Beitrag geschrieben. In meiner Download-Bibliothek gibt es zudem einige schon fertige schöne Vorlagen für Lesetagebücher zum Download, wenn man direkt loslegen will. Damit das nicht nur die Besucher der Messe bekommen .-)

Du findest die Seiten kostenlos in der Bibliothek für Newsletter-Abonnenten (auf meinem Blog xojulia.de)

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In diesem Artikel geht es um folgende Themen

1.) Warum man sich überlegen sollte ein Lesetagebuch zu führen und wie es das Lesen & das Leben bereichern kann
2.) Wie man es führen könnte – auch unabhängig davon, ob man zeichnen kann oder nicht
3.) Kriterien für Rezensionen jenseits von 2 Sterne bis 5 Sterne-Rezensionen
4.) Jede Menge kreative Vorschläge, wie man Seiten gestalten kann

Und natürlich das ganze im Spirit vom echten Bullet Journal, wie Ryder Carroll (http://bulletjournal.com) es erfunden hat und in seinem tollen Buch beschrieben hat. Es geht nämlich dabei nicht nur um hübsche Seiten und Zeichnungen. Es geht um Inhalte, Zielerreichung und sogar um die Ausrichtung des Lebens. Das kann auch ganz wenig künstlerisch sein, wobei es eben auch die Möglichkeit gibt, sich kreativ auszutoben. Hier noch ein paar Impressionen vom Vortrag von Instagram, Urheber auf dem Bild.

  Was ist der Sinn vom Bookjournal, vom Bullet Journal allgemein?

Ein Bullet Journal kann man verwenden, um sein Leben sinnvoll auszurichten, damit es mit seinen Zielen in Einklang steht. Es bietet zudem eine Orientierung, damit man nicht von anderen Dingen abgelenkt wird und sich in zu vielen Projekten verliert. Wer kennt das nicht, man liest gar nicht die Bücher, die man eigentlich lesen wolle, man liest zu wenig, man bricht Bücher ab, man bringt nach kürzester Zeit alle Charaktere durcheinander. Mit einem Lesejournal können wir mehr aus den Büchern herausholen, es hilft uns bei der Erinnerung und dabei, tiefer in die Bücher einzutauchen.

Gerade digitale Bücher gern verschwinden in den Tiefen des eReaders. Aber das Bullet Journal kann noch mehr: Es kann helfen, etwas über sich selbst herauszufinden.

Wenn wir wissen möchten, was unsere Ziele sind aufs Lesen bezogen und ob wir das Richtige tun, um diese Ziele zu erreichen, sollten wir sogar noch einen Schritt zurückgehen:

Zuerst müssen wir uns darüber klar werden, warum überhaupt etwas festhalten wollen und warum wir überhaupt lesen!

Es ist ja ohnehin eine interessante Frage warum wir mit großer Begeisterung Geschichten von Menschen lesen, die nicht existieren. Wir heulen, sind tief berührt und ganz ehrlich, wenn man mal so richtig darüber nachdenkt, ist das doch völlig verrückt.

Das liegt daran, dass wir etwas mitnehmen aus diesen Geschichten, dass sie uns emotional bewegen und dass sie uns etwas lernen lassen über die Welt. Sie erweitern unseren Horizont und erlauben uns mehr als ein Leben zu leben.

So können wir andere Schicksale erleben und biologisch betrachtet kommt unser Interesse daher, dass wir durch Geschichten Lösungsstrategien für Probleme erlernen. Ich sag mal, damals in der Höhle am Lagerfeuer konnten wir durch Geschichten lernen, wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten sollten. So haben wir überlebt. Es ist für mich absolut faszinierend, wenn man darüber nachdenkt und deshalb ist es heute so, dass eine Geschichte ja bestimmte Eigenschaften haben muss, um uns wirklich zu fesseln. Normalerweise erwarten wir von einer Geschichte, dass die Hauptfiguren Probleme haben, die sie überwinden und dies hoffentlich auch etwas überraschend. Dabei sollen sie möglichst neue Fähigkeiten lernen und am Schluss anders sein als am Anfang.

Das ist sozusagen schon das 101 vom Plot.

Die positiven Auswirkungen des Lesens

Die positiven Auswirkungen des Lesens wurden schon häufiger untersucht, z.B. hier.

Hier sind einige Vorteile/Auswirkungen des Lesens:

  • Lesen hilft gegen Stress
  • Wir verstehen die Welt besser
  • Höhere Empathie und emotionale Intelligenz
  • Lesen befriedigt Wunsch nach Interaktion und macht glücklich
  • Wir fühlen uns mit anderen verbunden, was generell glücklich macht
  • Gut fürs Gehirn und gegen Alzheimer

Welche Arten von Geschichten mögen wir?

Wahrscheinlich gibt es auch bestimmte Arten von Büchern, die wir gern lesen. Und wenn wir herausfinden, welche Arten von Büchern wir am liebsten lesen, lernen wir auch etwas über uns selbst und können Themen, die für uns wichtig sind, weiter untersuchen und das vielleicht sogar systematischer tun. Das ist spannend!

Welche Geschichten sprechen uns an? Kriterien für unsere Lesenotizen

Wenn wir nun herausfinden wollen, welche Themen und Aspekte uns interessieren und darüber hinaus noch etwas über uns selbst herausfinden wollen, könne wir das tun. Ich würde vorschlagen, sich Buchnotizen immer erst für sich selbst zu machen und erst dann für öffentliche Rezensionen zu verwenden, wo man ja zum Beispiel auf Spoiler undsoweiter achten muss.

Was sind die „typischen Bestandteile“ eine Rezension?

  • Cover
  • Klappentext
  • Charakterbeschreibung & Meinung
  • Lieblingszitate?
  • Sterne (Füchse/Herzen)

Um aber zum Kern dessen vorzudringen, was uns am meisten bewegt, können wir uns zum Beispiel folgende Fragen stellen:

  • Was bewegt mich an dieser Geschichte?
  • Warum wühlt sie mich auf?
  • Was waren bewegende Momente?
    Lieblingsszene?
  • Starke Frauen?
  • Was war meine erste Reaktion?
  • Lieblingszitat
  • Thema des Buches?
  • Was hat den Schauplatz besonders gemacht oder hätte die Geschichte auch woanders spielen können?
  • War die Geschichte eher handlungsbasierend oder Charakterzentriert?
  • Wie haben sich die Figuren verändert während der Geschichte. Hat das deine Meinung der Charaktere geändert?
  • Mit welcher Figur hast du am meisten anfangen können und was war es, dass dich zu der Figur angezogen hat.
  • Wie gefiel dir das Ende, was mochtest, was wünschtest du, wäre anders?
  • Hat das Buch deine Meinung oder Perspektive über etwas geändert? Hat es deine Gefühle verändert?
  • Stimmung?
  • Überraschungen?

Suche dir vielleicht hier Sätze heraus, mit denen du glaubst, am besten zum Kern des Geschehens vordringen zu können. Darüber schreibst du dann ein wenig in deinem Lesetagebuch. Ich habe dadurch zum Beispiel gelernt, dass ich gern Bücher lese, bei denen Charaktere durch die Liebe sich selbst überwinden können, eine Vergangenheit hinter sich lassen, die sie hätte auf Abwege führen sollen oder ähnliches. Ich glaube an die Liebe, die uns zum Menschen macht, vielleicht spielen in meinen Geschichten deshalb Liebesgeschichten eine große Rolle.

Notiere dir deine Leseziele

Und dann denkt einmal über Folgendes nach: Was sind meine persönlichen Leseziele? Im Anschluss werden wir dann Beispiele anschauen, wie wir uns diese sinnvoll notieren können und somit diese Ziele einfach erreichen können. Nimm dir einfach 2-5 Minuten, um deine Ziele aufzuschreiben. Darauf könnten zum Beispiel Dinge wie die folgenden stehen:

Mögliche Leseziele:

  • Mehr Gedichte lesen
  • Mehr Klassiker lesen
  • Mehr Young Adult Fantasy lesen
  • Leseliste abarbeiten
  • Die Highlights der Bücher eher behalten
  • Zitate eher behalten
  • Mehr Bücher von Julia K. Stein lesen (nur als Beispiel .-))

Menge oder Qualität messen?

Man kann diese Tagebuch führen, um zu messen wie viel man liest. Und ich weiß das klingt immer ein bisschen komisch, dass es beim Schreiben auch so, wenn man nur misst, wie viel man geschrieben hat.
Schließlich geht es letztlich, nicht um die Menge, sondern um die Qualität. Aber über Menge kann man ja etwas steuern. Sobald man anfängt zu messen, kann man diesen Messwert auch beeinflussen. Wenn man gesagt, ich möchte mehr lesen, ist es schwer zu schaffen. Wenn ich aufschreibe wie viele Bücher ich lese, ist das einfacher. Ich benötige konkrete Ziele.

  • „Mehr Lesen“ — VAGE
  • Mehr Seiten pro Woche lesen – PRÄZISE
  • Jeden Tag lesen – PRÄZISE
  • Mehr Mangas Lesen – VAGE
  • Jeden Monate eine buntere Mischung lesen – VAGE
  • Jeden Monat mindestens 1 Manga /1 Sachbuch/1 Roman –PRÄZISE

Und diese Ziele kann man alle mit Bujo verwirklichen!

Denn jetzt kommt etwas ganz Entscheidendes: Wenn du dieses Ziel aufschreibst und fortlaufend notierst, wie du ihm näher kommst, etwas die vorgegebenen Kästchen durchstreichst, wirst du es sehr wahrscheinlich erreichen – aus psychologischen Gründen. Es gibt spannende Studien, dass es 80% (oder sogar noch höher) wahrscheinlicher ist, dass du dein Ziel erreichst, wenn du es aufgeschrieben hast, als wenn du es nicht notiert hast, das ist genial!

Deshalb gebe ich dir jetzt einige Beispiele, die dich inspirieren sollen, die beste Art zu finden, wie du dein Ziel notieren kannst, um dann sichtbar zu machen, wie du diesem Ziel näher kommst.

Viele Spaß dabei! Und wenn du ein Bullet Journal führst, hinterlasse gern einen Link in den Kommentaren oder tagge mich auf Instagram oder Facebook mit einem Bild.

Diese tollen Beispiele (außer anders angegeben) habe ich bei Books mit Chloe gefunden, bei Bookmarked, Gabby Reads.

Übersichten/Monatsübersichten

 

 

 

Jahresüberblick

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thematisch

 

Lesenotizen

 

Beim Vortrag war auch netterweise Michelle von Mrs. Booknerd dabei und hat ihr wunderbares Lesetagebuch gezeigt. Inspiration pur!

Was brauchst du, um ein Bookjournal anzufangen?

Du brauchst ein Notizbuch und Stifte. Das klassische Bullet Journal mit Seiten, die kleine Punkte haben, ist das Leuchtturm 1917, das es in allen Farben gibt, du findest es eigentlich in allen Läden und vielen lokalen Buchläden,  beim Hersteller oder hier bei Amazon. Es ist wunderschön und recht teuer. Du kannst natürlich jedes beliebige Notizbuch dafür nehmen!

Als Stifte liebe ich persönlich diesen Edding Stift (ich verlinke ihn, aber günstiger sicherlich im Laden), Stabilo Marker (drücken sich nicht durch) und die Micron Stifte  oder die wundervollen Fineliner von Staedler.  Aber wieder gilt: Du kannst nehmen, was du da hast …

Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren! 

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